Die kirchliche Trauung

Alles rund um den Ablauf und die Planung eurer Zeremonie

Herzstück eures Hochzeitstages ist die Trauzeremonie und dabei entscheiden sich 25% der Paare für eine kirchliche Trauung. Falls ihr dazu gehört, muss das keinesfalls bedeuten, dass ihr euch passiv durch die Zeremonie führen lassen müsst. Ergreift die Initiative und gestaltet die Messe nach euren eigenen Vorstellungen!

Viele Brautpaare sind sich unsicher, welcher Ablauf sie am Hochzeitstag erwartet und wie eine kirchliche Trauung vorbereitet werden kann. Doch mit ein paar Tricks und einem roten Faden wird dieser wichtige Schritt für euch zum Kinderspiel.

Die Planung beginnt

Beginnt die Planung eurer kirchlichen Trauung mit der Auswahl eines Trauspruches. Dabei könnt ihr ein Liebeszitat oder einen biblischen Trauspruch wählen. Ihr könnt den Trauspruch als Leitthema der Messe verstehen, sodass euch die Auswahl passender Texte und Lieder leichter fallen wird.

Als nächstes legt ihr den Rahmen eurer Trauung fest. Möchtet ihr einen reinen Wortgottesdienst feiern oder stellt ihr euch einen Gottesdienst mit Eucharistiefeier (Abendmahl) vor? Insbesondere Brautpaare, die sich weniger stark mit der Kirche verbunden fühlen oder die verschiedenen Glaubensrichtungen angehören, entscheiden sich immer öfter für einen Wortgottesdienst.

Eröffnung des Gottesdienstes

Der Gottesdienst beginnt mit eurem Einzug in die Kirche. Dabei habt ihr die Qual der Wahl, ob ihr gemeinsam in die Kirche schreitet oder die Braut von ihrem Vater zum Altar geführt wird. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch zusammen mit euren Blumenkindern und Kerzenträgern in die Kirche einziehen.

Darüber hinaus dürft ihr euch für den Einzug zum ersten Mal an der Liederauswahl üben. Zum Einzug seid ihr sehr frei in der Gestaltung. Es empfiehlt sich jedoch ein Instrumentallied, damit die ganze Aufmerksamkeit der Gäste auf euch gerichtet ist.

Der Gottesdienst beginnt mit dem Eingangslied, für das ihr am besten ein Lob- oder Danklied auswählt. Anschließend begrüßt der Pastor alle Anwesenden und eröffnet den Gottesdienst mit einigen persönlichen Worten.

An die Begrüßung schließen sich das Kyrie und Gloria an. Auch dazu könnt ihr zwei Lieder aussuchen. Den Kyriegesang könnt ihr alternativ auch durch einen Text ersetzen. Das vom Pastor ausgewählte und vorgetragene Tagesgebet leitet von der Eröffnung in den Wortgottesdienst über.

Der Wortgottesdienst

Lasst euch von der Begrifflichkeit nicht verwirren. Der Wortgottesdienst ist Teil einer jeden Trauung. Wenn ihr euch für einen Gottesdienst mit Eucharistiefeier entschieden habt, wird diese nur zusätzlich zum Wortgottesdienst ergänzt.

Der Wortgottesdienst beginnt mit der Lesung. In der Regel ist dies ein Text aus dem alten Testament. Vielen beliebten Trausprüchen liegen Bibelverse aus dem alten Testament zugrunde. Wenn dies auch bei euch der Fall ist, wunderbar! Dann wählt diesen Text als Lesung in eurem Gottesdienst.

In Absprache mit dem Pastor könnt ihr jedoch auch ein Gedicht oder eine Geschichte als Lesung vortragen lassen. Auf diese Weise findet ihr vielleicht leichter einen Text, der wirklich zu euch passt. Egal für welchen Text ihr euch entscheidet, die Lesung ist eine wundervolle Möglichkeit eure Trauzeugen oder die Familie in den Gottesdienst einzubeziehen. Bittet sie, die Texte vorzutragen.

Auf die Lesung folgt der Antwortgesang mit der Gemeinde. An dieser Stelle könnt ihr besonders gut ein Loblied oder Halleluja auswählen.

Im Anschluss wird das Evangelium vorgelesen. Auch dafür könnt ihr am besten eure Familie und Freunde um Unterstützung bitten, denn so schafft ihr eine besonders persönliche Atmosphäre. Als Evangelium wird häufig ein Gleichnis aus dem neuen Testament gewählt. Stammt euer Trauspruch aus dem neuen Testament, so könnt ihr am besten auf diesen Text zurückgreifen.

Nach dem Evangelium ergreift der Pastor das Wort und hält die Predigt. Er wird eure Geschichte als Brautpaar erzählen sowie eine Brücke zu den zuvor vorgelesenen Texten schlagen, um euch zu zeigen, dass Gott an eurer Seite ist.

Die Trauung

Der Puls schlägt schneller, denn nun folgt der Höhepunkt einer Hochzeit – eure Trauung. Alles beginnt mit der Befragung, ob ihr als Brautpaar bereit seid, die christliche Ehe einzugehen. Dazu befragt der Pastor zunächst den Bräutigam.

Pastor: N. (N. = Name des Bräutigams/der Braut), ich frage Sie: Sind Sie hierher gekommen, um nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit Ihrer Braut N. den Bund der Ehe zu schließen?

Bräutigam : Ja.


Pastor: Wollen Sie Ihre Frau lieben und achten und ihr die Treue halten alle Tage ihres Lebens?

Bräutigam: Ja.

Nachdem der Pastor der Braut die gleichen Fragen gestellt hat, richtet er das Wort an beide.

Pastor: Sind Sie beide bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott Ihnen schenken will und sie im Geist Christi und der Kirche zu erziehen?

Braut und Bräutigam: Ja.

Pastor: Sind Sie beide bereit, als christliche Eheleute Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen?

Braut und Bräutigam: Ja.

Nachdem ihr beide eure Bereitschaft bekannt gegeben habt, segnet der Pastor eure Trauringe als Zeichen eurer Liebe und Treue. Daran schließt sich eure Vermählung an:

Pastor: So schließen Sie jetzt vor Gott und vor der Kirche den Bund der Ehe, indem Sie das Ja-Wort sprechen. Dann stecken Sie einander den Ring der Treue an.

An dieser Stelle habt ihr nun die Wahl, ob ihr euren Wunsch, die Ehe zu schließen, mit dem Ja-Wort oder dem Vermählungsspruch besiegeln möchtet. Der Vermählungsspruch ist wohl die persönlichere Variante. Wenn ihr jedoch viel zu viel Angst habt, dass ihr aufgrund eurer Nervosität kein Wort sprechen könnt, dann setzt euch nicht unter Druck. In dem Fall ist das Ja-Wort eure perfekte Alternative.

Alternative A: Das Ja-Wort

Der Pastor wendet sich zuerst an den Bräutigam uns sagt: Ich frage Sie vor Gottes Angesicht: Nehmen Sie Ihre Braut N. an als Ihre Frau und versprechen Sie, ihr die Treue zu halten in guten und schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und sie zu lieben, zu achten und zu ehren, bis der Tod sie scheidet?

Bräutigam: Ja.

Pastor: Nehmen Sie den Ring, das Zeichen Ihrer Liebe und Treue, stecken Sie ihn an die Hand Ihrer Braut und sprechen Sie: 
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Bräutigam: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Im Anschluss stellt der Pastor der Braut die gleichen Fragen.

Alternative B: Der Vermählungsspruch

Bräutigam: N., vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau. Ich verspreche dir die Treue
 in guten und schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, 
bis der Tod uns scheidet. 
Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.
Trag diesen Ring 
als Zeichen unserer Liebe und Treue: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Die Braut trägt im Anschluss den gleichen Vermählungsspruch vor.

Macht euch nicht zu viele Sorgen, dass ihr in der Aufregung den Text vergessen könntet. Der Pastor wird den Text für euch halten, sodass ihr diesen notfalls einfach ablesen könnt.

Im Anschluss an den für euch wohl aufregendsten Moment des ganzen Tages, bestätigt der Pastor eure Vermählung und segnet euch als frischgebackenes Brautpaar. Danach habt ihr Zeit, diesen wunderschönen Moment für euch zu genießen, indem ihr einem Lied eurer Wahl lauscht. Dies ist der ideale Zeitpunkt für euer Lieblingslied, das von Freunden und Familie oder einer professionellen Sängerin vorgetragen wird. Die Trauung schließt mit den Fürbitten ab. Am besten bittet ihr erneut Freunde und Familie die Fürbitten vorzutragen.

Die Eucharistiefeier

Falls ihr euch für einen Wortgottesdienst entschieden habt, folgt für euch an dieser Stelle ausschließlich das Vaterunser. Danach könnt ihr direkt zum Abschnitt „Abschluss“ springen.

Falls ihr euren Traugottesdienst mit Eucharistiefeier plant, so wird der Pastor die Gemeinde durch die Feierlichkeiten leiten. Eure Aufgabe besteht in erster Linie in der weiteren Liederauswahl. Zunächst dürft ihr ein Lied zur Gabenbereitung aussuchen. Am besten wählt ihr ein Lob- oder Danklied aus, das thematisch zum Thema Brotteilung passt. Darüber hinaus entscheidet ihr euch für ein Sanctus. Abschließend könnt ihr ein Lied auswählen, das während der Kommunion gespielt wird. Dafür bieten sich insbesondere Instrumentalversionen an.

Im Anschluss an die Kommunion könnt ihr euch optional für eine weitere Lesung entscheiden. Das kann ein guter Kompromiss sein, falls euer Pastor auf eine Lesung aus dem alten Testament besteht, ihr jedoch nicht auf eine Geschichte oder ein Gedicht verzichten möchtet.

Abschluss

Das Ende eures Traugottesdienstes rückt näher, wenn der Pastor das Schlussgebet spricht. Daran schließt sich das von euch gewählte Schlusslied an, das ihr mit der Gemeinde singt. Die Auswahl des Schlussliedes könnt ihr frei gestalten.

Zum Abschluss spricht der Pastor den Schlusssegen und euer Auszug aus der Kirche folgt. Für den Auszug dürft ihr noch ein letztes Lied aussuchen. Viele Brautpaare wählen ein Instrumentallied, damit sie die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Gäste genießen können. Es kann aber auch eine tolle Idee sein, wenn ihr euch einfach eines eurer Lieblingslieder wünscht. So könnt ihr die Vorfreude auf die anschließende Party wecken.